Im systemischen Coaching geht es nicht darum, individuelle "Schwächen" zu beheben oder Schuldige zu suchen. Stattdessen betrachten wir das gesamte System als ein Netzwerk aus Beziehungen, Mustern und Wechselwirkungen. Probleme entstehen oft durch unsichtbare Feedback-Schleifen, die sich gegenseitig aufrechterhalten – wie in diesem realen Beispiel einer Führungskraft in einem Fertigungsunternehmen. Hier wird gezeigt, wie der Coach den Fokus auf zirkuläres Denken lenkt: Nicht "Wer verursacht das?", sondern "Wie halten sich die Dynamiken gegenseitig am Laufen?" Die Lösung entsteht aus dem System selbst, der Coach bietet nur Fragen und Rahmen.

Ausgangssituation

Die Leiterin einer Fertigungsabteilung berichtet: „Mein Team will mehr Mitsprache, die Geschäftsleitung verlangt strikte Kosteneinsparung. Ich stehe permanent im Kreuzfeuer, schlafe schlecht und erwäge einen Abteilungswechsel." Sie fühlt sich überfordert, als ob der Konflikt persönlich an ihr haftet.

Systemischer Blick: Das System verstehen

Gemeinsam mit dem Coach wird das „System“ kartiert – nicht linear, sondern als zirkuläres Netzwerk.

Erweiterte Systemanalyse

Hypothese des Coaches:
Die Leiterin als "Vermittlerin" hält eine Schleife aufrecht: Team drückt Frust nach oben aus → Leiterin filtert → Geschäftsleitung reagiert mit Druck → Team fühlt sich ungehört.

Das schützt vor Chaos, erzeugt aber Erschöpfung.

Unausgesprochene Regeln im System:

Frage: Wie profitiert jede Seite von diesem Muster

Systemfunktionen des Problems:

Erste denkbare Intervention: Perspektivwechsel durch zirkuläre Fragen

Der Coach lenkt den Blick auf Beziehungsmuster und Wechselwirkungen, nicht auf individuelle Fehler:

Hypothesenbildung

Systemische Hypothesen werden gemeinsam entwickelt:

Systemische Ressourcenfragen:

Systemische Skulptur

Um Dynamiken greifbar zu machen, stellt die Leiterin (physisch oder virtuell) Figuren für Team, Geschäftsleitung, sich selbst und ggfs. externe Stakeholder (z.B. Lieferanten) auf. Sie verändert Positionen: „Wie fühlt sich eine direkte Verbindung zwischen Team und Leitung an?“

„Welche Distanz fühlt sich richtig an? Was verändert sich, wenn ein Lieferant hinzukommt?“

Das visualisiert Beziehungen und inspiriert neue Muster.

Zweite denkbare Intervention:

Kleiner ressourcenorientierter Testlauf
Die Leiterin lädt - wie gemeinsam erarbeitet - zu einem 30-minütigen „Runden Tisch“ ein.

Mit zwei zusätzlichen Regeln:

Ergebnis nach drei Wochen

Systemveränderungen

Konkrete Veränderungen

Systemischer Kern: Die Haltung des Coaches

Grundannahmen

Der Coach liefert:

Oder: Das System heilt sich selbst – der Coach ermöglicht nur die Bedingungen dafür.

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Ganz entspannt. Ganz persönlich. Ganz individuell.

Wichtiger Hinweis:
Wenn es „einem/der Klient“ etc. heißt, so dient dies der besseren Lesbarkeit und umfasst damit selbstverständlich auch weibliche und diverse Klienten.

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